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Aktuelles Hessen

Schließung von Geburtshilfe und Gynäkologie in Schwalmstadt ist Symptom eines kranken Systems – Rückkehr zu politischer Verantwortung gefordert

24. August 202624. August 2026

Die angekündigte Schließung der Geburtshilfe und der Gynäkologie am Asklepios Klinikum Schwalmstadt zum 1. Januar 2027 ist ein herber Rückschlag für die medizinische Versorgung in Nordhessen. Engin Eroglu, Landesvorsitzender der FREIE WÄHLER Hessen und Fraktionsvorsitzender der FREIE WÄHLER im Kreistag des Schwalm-Eder-Kreises, kritisiert die Entscheidung deutlich:

„Was wir in Schwalmstadt erleben, ist kein Einzelfall, sondern das bittere Ergebnis einer verfehlten Gesundheitspolitik, die Krankenhäuser zu Renditeobjekten gemacht hat. Die medizinische Versorgung der Menschen darf nicht davon abhängen, ob sich eine Abteilung kurzfristig wirtschaftlich rechnet.“

Die Privatisierung von Krankenhäusern war und ist aus Sicht der FREIE WÄHLER Hessen ein Fehler. Wo medizinische Grundversorgung zur Ware wird, gerät die öffentliche Daseinsvorsorge unter Druck. Der wirtschaftliche Druck privater Betreiber steht vielfach im Widerspruch zu einer verlässlichen, wohnortnahen und flächendeckenden Gesundheitsversorgung.

„Ein Krankenhaus muss in erster Linie für die Menschen da sein nicht für die Renditeerwartungen von Eigentümern oder Aktionären“, betont Eroglu.

 

Folgen im Schwalm-Eder-Kreis bereits deutlich spürbar

Gerade im Schwalm-Eder-Kreis zeigen sich die Folgen dieser Entwicklung bereits seit Jahren. Die Krankenhäuser in Homberg (Efze) und Melsungen wurden geschlossen. Damit sind wichtige Versorgungsangebote für die Bevölkerung weggefallen. Aus Sicht der FREIE WÄHLER handelt es sich dabei nicht um eine zwangsläufige Entwicklung, sondern auch um eine Folge politischer Entscheidungen und unterlassener politischer Verantwortung.

„Was sich nicht rechnet, wird geschlossen – und den Preis zahlen am Ende die Patientinnen und Patienten. Sie müssen längere Wege in Kauf nehmen, erhalten notwendige Behandlungen nicht mehr wohnortnah oder erreichen im Notfall möglicherweise zu spät ein geeignetes Krankenhaus“, erklärt Eroglu.

Besonders sensibel ist die Situation bei Geburten. Längere Anfahrtswege können im Einzelfall erhebliche Risiken für Mutter und Kind bedeuten. Auch wenn solche Fälle selten sein mögen, darf eine verantwortungsvolle Gesundheitspolitik nicht erst handeln, wenn ein konkreter Notfall eingetreten ist.

„Selbst wenn eine kritische Situation nur bei einer von tausend Geburten auftreten sollte: Politik hat die Verantwortung, die Versorgung so zu organisieren, dass Risiken minimiert werden. Dieser Verantwortung müssen wir uns stellen“, so Eroglu.

 

Geld ist im System vorhanden – es wird nur falsch verteilt

Nach Auffassung der FREIE WÄHLER Hessen fehlt es im deutschen Gesundheitswesen nicht grundsätzlich an finanziellen Mitteln. Das Problem liege vielmehr in einer ineffizienten und unübersichtlichen Verteilung der vorhandenen Ressourcen.

„Wir brauchen den politischen Mut, verkrustete Strukturen zu hinterfragen und Geld dorthin zu lenken, wo es tatsächlich gebraucht wird: in die Versorgung, in das medizinische Personal und in leistungsfähige Krankenhäuser“, fordert Eroglu.

Dazu gehöre auch eine grundlegende Reform der Strukturen im Gesundheitswesen. Die Zahl der Krankenkassen müsse deutlich reduziert und Verwaltungsaufwand abgebaut werden. Auch bei den Kassenärztlichen Vereinigungen müsse geprüft werden, ob die bestehenden Strukturen noch zeitgemäß seien und den Anforderungen an eine moderne, wohnortnahe Versorgung gerecht würden.

 

Schluss mit dem Flickenteppich – Hessen braucht ein landesweites Konzept

Die Situation in Schwalmstadt unterstreicht die Notwendigkeit einer grundlegenden gesundheitspolitischen Kehrtwende. Im Einklang mit ihrem Landtagswahlprogramm wollen die FREIE WÄHLER Hessen die Krankenhausplanung stärker am Gemeinwohl und am tatsächlichen Versorgungsbedarf der Bevölkerung ausrichten.

Im Falle einer Beteiligung an der Landesregierung nach der Landtagswahl 2028 werden die FREIE WÄHLER Hessen eine Landesgesellschaft in der Rechtsform einer GmbH gründen. Diese soll die Möglichkeit schaffen, Krankenhäuser zu übernehmen, in eine öffentliche beziehungsweise landesnahe Trägerschaft zurückzuführen und dauerhaft selbst zu betreiben.

„Wir brauchen ein durchdachtes Konzept für Hessen und keinen Flickenteppich aus Einzelentscheidungen. Die FREIE WÄHLER Hessen wollen Krankenhäuser nicht nur verwalten, sondern ihre Zukunft aktiv sichern. Dazu gehört auch, dass das Land dort Verantwortung übernimmt, wo private Betreiber ihrer Verantwortung für die Versorgung nicht gerecht werden“, sagt Eroglu.

 

Die Kernforderungen der FREIE WÄHLER Hessen

  • Gemeinwohl statt Renditedruck: Die medizinische Grundversorgung muss sich am Bedarf der Menschen und nicht vorrangig an Gewinnerwartungen orientieren.
  • Landesweite Krankenhausplanung: Hessen braucht ein verbindliches, bedarfsgerechtes Versorgungsnetz mit klaren Zuständigkeiten und erreichbaren Standorten.
  • Sicherung wohnortnaher Versorgung: Geburtshilfe, Notfallversorgung und weitere zentrale Fachbereiche müssen auch außerhalb der Ballungsräume verlässlich erreichbar bleiben.
  • Rückkehr zu politischer Verantwortung: Das Land muss die Möglichkeit erhalten, Kliniken über eine landeseigene Trägerstruktur zu übernehmen und selbst zu betreiben.
  • Abbau von Doppelstrukturen: Verwaltungsaufwand im Gesundheitswesen muss reduziert und vorhandene Mittel müssen stärker der direkten Patientenversorgung zugutekommen.

 

„Wir lassen die Menschen in Schwalmstadt und im Schwalm-Eder-Kreis nicht allein. Die geplante Schließung der Geburtshilfe und der Gynäkologie ist ein Weckruf für ganz Hessen. Gesundheit ist keine Bilanzgröße, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Die FREIE WÄHLER Hessen sind bereit, nach der Landtagswahl 2028 Verantwortung zu übernehmen und eine verlässliche Krankenhausinfrastruktur für ganz Hessen aufzubauen“, erklärt Engin Eroglu abschließend.

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Vorsitzende: Kerstin Fuhrmann
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Telefon: 0160-94725351
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